Friends Story III/2018 – Andreas Murkudis

Man tritt in die Pedale und ist wirklich weg wie so ein Blitz.

Friends Story II/2018 – Andreas Murkudis

Man tritt in die Pedale und ist wirklich weg wie so ein Blitz.

Andreas Murkudis wurde 1961 als Sohn griechischer Einwanderer in Deutschland geboren. Nachdem er sich 15 Jahre als Geschäftsführer des Museums der Dinge in der Berliner Kunstszene etabliert hat, eröffnete er 2003 seinen ersten Laden in einem Hinterhof in Berlin-Mitte, 2011 folgte der Umzug in die Potsdamer Straße, wo er nun ausschließlich Objekte zeigt und verkauft, die er selbst gerne besitzen würde und die ihre ganz eigne Geschichte erzählen. Inzwischen hat sich der Concept-Store zu einer der wichtigsten Modeadressen in Berlin entwickelt. Abseits des Üblichen, ist der Laden, der sich in der früheren Druckerei des Tagesspiegels befindet, nicht nur umgeben von Kunstgalerien und Ateliers, sondern wird auch regelmäßig für Veranstaltungen genutzt, zu denen Andreas Kunden und Freunde einlädt, um den Dialog untereinander zu fördern und sie immer wieder aufs Neue durch eine vielfältige Auswahl an besonderen Objekten zu begeistern.
Web: andreasmurkudis.com

1. Was machst du, wenn du nicht gerade auf deinem eBike unterwegs bist?
Ich betreibe in Berlin in der Potsdamer Straße 81 einen Laden für Designprodukte aus den Bereichen Mode, Porzellan, Glas und Möbel. Also eigentlich allen Produktgruppen, bei denen Design eine besondere Rolle spielt. Dort oder in meinem Büro bin ich meist anzutreffen, wenn ich gerade nicht eBike fahre.

2. Seit wann fährst du eBike?
Im Kopf hatte ich das Thema eBike schon seit Längerem. Das Problem ist, dass früher diese Fahrräder immer ein bisschen „unsexy“ und klobig aussahen. Der Designaspekt war zunächst einfach nicht so gut gelöst, dass man gerne so ein Ding haben wollte. Die Idee war aber immer gut. Ich bin vor drei bis vier Jahren zum ersten Mal ein Elektroauto gefahren und das fand ich schon wahnsinnig gut- wie das fährt. Und da hab’ ich mir überlegt, es wäre natürlich auch schön, wenn man so ein Rad hätte. Leider war das Auto auch nicht wirklich hübsch.

3. Welche Rolle spielt das eBike in deinem Leben?
Ich fahre nur manchmal Auto und wollte immer mehr Fahrrad fahren. Außerdem finde ich Elektromobilität viel spannender und dann hab’ ich halt überlegt, dass die Entfernungen, die ich am Tag so fahre – also meistens von Mitte nach Kreuzberg und von Kreuzberg nach Schöneberg – um relativ zügig anzukommen am besten mal mit dem eBike fahre. Und wenn man mal nicht im Stress ist, dann fährt man halt ohne Unterstützung und genießt das einfach. Man ist mit dem eBike auch meist schneller unterwegs und es macht mehr Spaß, nicht so viel Zeit zu verlieren. Gerade die Leipziger Straße ist dafür gemacht, den Weg mit dem Fahrrad zurückzulegen.

4. Fan der ersten Stunde oder schließlich überzeugter Kritiker?
Ich glaube man muss mit dem Thema einfach viel entspannter umgehen. Für die Leute, die knallhart 200km fahren wollen ist das wohl eher nichts – die finden es wahrscheinlich sogar furchtbar, so ein Elektrorad zu benutzen. Aber für Leute, die einfach von A nach B wollen ist das natürlich ein total spannendes Thema. Man kann ja letztlich mit oder ohne Unterstützung fahren, also beide Möglichkeiten nutzen und sollte daher nicht so dogmatisch an das Thema herangehen. Ich habe das von vornherein so gesehen, vielleicht auch weil ich kein passionierter Fahrradfahrer war.

5. Keller, Garage oder Schlafzimmer?
Also Schlafzimmer nicht, aber ich stelle es in den Laden und sonst auch in die Wohnung, weil es schließlich ein schönes Designobjekt ist. Eine Garage habe ich gar nicht (lacht).

6. Eco oder Turbo?

Wenn ich die Landschaft genießen will, fahre ich sogar oft ganz entspannt ohne Unterstützung. Wenn ich jedoch einfach eine Strecke – wie vom Alex zum Laden – fahren will, dann auch gerne mal mit voller Power. Ich sag mal – so schön ist der Weg auch einfach nicht. Letztlich hängt die Antwort von dem ab, was ich gerade mache.

7. Optik oder Technik?

Letztlich muss beides stimmen. Wenn sich hinter der Fassade etwas Vorsintflutliches versteckt, dann passt es auch einfach nicht zum Design. Die Technik muss sich im Design widerspiegeln und andersherum. Das wäre dann der Optimalfall. Ich bin niemand der Testergebnisse studiert, aber da mich auch immer in die technischen Details der Dinge einlese, die ich verkaufe – Ich kann ja auch keine Design-Kaffeemaschine verkaufen, ohne erklären zu können, was sie kann – habe ich das auch mit dem eBike so gemacht. Also nur der pure Schein, wäre einfach ein Bisschen zu wenig. Seit ich im Museum gearbeitet habe oder besser gesagt seit gefühlten 40 Jahren frage ich mich, wie etwas produziert wird und was das Material ausmacht.

8. Was fasziniert dich an deinem eBike am meisten?

Das Fahren ist einfach so angenehm – man tritt in die Pedale und ist wirklich wie so ein Blitz weg. Wenn ich drauf steige wundere ich mich oft selbst wie das geht, dass ich so schnell bin. Mit seiner klaren Form sieht das SD1 extrem modern aus und ich würde es mir direkt in den Laden stellen zum Verkauf.

9. Was hat das eBike für dich oder sogar bei dir verändert?

Ich denke anders über Strecken nach. Wir haben ein kleines Haus in Chorin, das sind etwa 70km von Berlin, die wir normalerweise mit der Regionalbahn fahren. Jetzt habe ich mir vorgenommen diese Strecke mal mit dem eBike zu fahren. Grundsätzlich fahre ich einfach wieder viel mehr Fahrrad als früher, weil ich beides kombinieren kann. Mal schnell von A nach B und mal gemütlicher. Das macht einfach Spaß und ich kann voll auf das Auto verzichten.

10. Welchen Ort sollte man per eBike entdecken?

Durch die Möglichkeiten, die das eBike bietet, sollte man in meinen Augen in erster Linie das wunderschöne Umland von Berlin entdecken. Einen bestimmten Ort habe ich da gar nicht auf dem Schirm. Ich würde mich einfach ein wenig treiben lassen und genießen.

11. Wie ist deine Vision von (urbaner) Mobilität in Zukunft?

Ich habe die Vorstellung, dass es Autos in der Stadt gibt, dass man diese aber nicht mehr unbedingt besitzen muss. Das kann über existierende Car Sharing Anbieter oder die Autohersteller selbst gelöst werden, die Autos zur Verfügung stellen, in denen Leute sitzen und man selbst wie in ein Taxi zusteigen kann, wann und wo ich will und letztlich nur das bezahle, was ich auch nutze. Man bräuchte dann keine Parkplätze mehr, die Leute wären weniger gestresst. Idealerweise sind das Elektroautos und es ergibt sich eine Koexistenz mit eBikes, die dann ja auch viel mehr Platz haben und es sich entspannter Radfahren lässt. So könnte man ohne Verbote den Radfahrern mehr Raum geben und es wird bestimmt auch mehr angenommen, wie das heute schon in Städten wie Kopenhagen der Fall ist. Das ist doch eine schöne Vision, oder?