Friends Story I/2018 – Mo Asumang

Wir werden elektro-mobil in den Großstädten leben – wir brauchen nichts Anderes. Das reicht.

Friends Story I/2018 – Mo Asumang

Wir werden elektro-mobil in den Großstädten leben – wir brauchen nichts Anderes. Das reicht.

Mo Asumang wurde 1963 in Kassel geboren. Nach Studien in visueller Kommunikation und Gesang hat Mo sich als Regisseurin, Fernsehmoderatorin (Pro7, rbb, Viva), Schauspielerin, Sängerin, Synchronsprecherin und Filmproduzentin einen Namen gemacht. Für ihre Dokumentarfilme „Roots Germania“ und „Die Arier“ wurde sie jeweils für den Adolf-Grimme-Preis nominiert und ihr aktuelles Buch „Mo und die Arier“ erreichte einen Top20 Platz in der Spiegel Bestsellerliste.

Kern ihres heutigen Schaffens ist die Auseinandersetzung mit Rassismus. Daher ist die Tochter einer deutschen Mutter und eines aus Ghana stammenden Vaters auch 2016 mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet worden und bereits seit 2014 Botschafterin gegen Rassismus für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

1. Was machst du, wenn du nicht gerade auf deinem eBike unterwegs bist?

Ich versuche Rassisten einzufangen (lacht). Das mache ich seit vielen, vielen Jahren, manchmal mit Bike, manchmal ohne. Mit meiner dunklen Hautfarbe bin ich dabei natürlich immer einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Und deshalb habe ich mir eine ganz spezielle Art und Weise ausgedacht, die eben für mich funktioniert. Ich versuche, mit den Rassisten ins Gespräch zu kommen, ohne vor ihnen wegzurennen, zu fahren oder zu radeln. Über eine direkte Konfrontation habe ich meine Angst verloren und sogar einige Rassisten zum Umdenken gebracht.

Ich bin viel in Deutschland, Amerika, sogar China und Hong Kong unterwegs und unterrichte zum Thema Rassimus. Zuhause schreibe ich an Büchern, wie beispielsweise das zuletzt erschienene „Mo und die Arier“ in dem ich meine Treffen mit Rassisten detailliert beschreibe. Oft bin ich im Gym, Segeln auf dem Wannsee oder einfach Shoppen.

Meine neueste Leidenschaft, die gerade erst entsteht, ist die Betätigung als Künstlerin im Bereich Video-Installationen. Das ist für mich eine ganz neue Form mich auszudrücken, die auch ein wenig extremer werden kann. Was in der Realität so ja nicht immer möglich ist, kann man in der Kunst auch in Extremform ausüben und das entwickle ich gerade weiter. Aktuell (bis 6. Januar 2019) gibt es bei der Rassismus Ausstellung im Hygienemuseum in Dresden etwas von meiner Kunst zu sehen. Es heisst „help me – chapter one“

2. Seit wann fährst du eBike?
In den vergangenen drei Jahren habe ich mir immer mal wieder im Urlaub ein eBike ausgeliehen, um damit durch den Wald zu fetzen, Sport zu machen oder es zum Einkaufen zu nutzen. Mit dem HNF-NICOLAI habe ich jetzt seit kurzem auch endlich mein eigenes eBike, mit dem ich z.B. meine Mutter ganz oft besuche, aber auch viele Strecken zurücklege, die ich sonst mit dem Auto oder dem Zug gefahren bin.

2. Seit wann fährst du eBike?

In den vergangenen drei Jahren habe ich mir immer mal wieder im Urlaub ein eBike ausgeliehen, um damit durch den Wald zu fetzen, Sport zu machen oder es zum Einkaufen zu nutzen. Mit dem HNF-NICOLAI habe ich jetzt seit Kurzem auch endlich mein eigenes eBike, mit dem ich z.B. meine Mutter ganz oft besuche, aber auch viele Strecken zurücklege, die ich sonst mit dem Auto oder dem Zug gefahren bin.

3. Welche Rolle spielt das eBike in deinem Leben?

Das eBike ersetzt tatsächlich alles, was ich vorher benutzt habe. Das sind Auto, Zug, Motorrad oder Motorroller – all das brauche ich jetzt nicht mehr, weil ich mit dem eBike viel schneller bin und auch noch etwas für meinen Körper tue, der mir wirklich heilig ist. Ich liebe das eBike, und es ist einfach eine riesen Gaudi, durch die Straßen an allen vorbei zu fetzen und zuhause angekommen auch noch ein gutes Gefühl zu haben, etwas für sich und die Umwelt getan zu haben.

4. Fan der ersten Stunde oder schließlich überzeugter Kritiker?

Ich bin ja mit Mikel (Michael Hecken | Gründer HNF-NICOLAI) befreundet und er ist ja einer der Pioniere im eBike Bereich. Weil ich ihm vertraue und gut finde, was er tut, habe ich bereits sehr früh die Gelegenheit ergriffen, eine Probefahrt zu machen. Ich war vom ersten Moment an begeistert und habe sogar schon sehr früh überlegt, ob ich mir ein eigenes eBike zulegen sollte.

5. Keller, Garage oder Schlafzimmer

(lacht) Keller und Garage habe ich gar nicht und Schlafzimmer wäre mir dann doch ein wenig „too much“. Bei mir gibt es eine andere Variante, die ich aber nicht verrate, weil es ja auch ein teures Bike ist. „Is geheim“ ist übrigens mein zweiter Name. Wenn mich jemand nach neuen Projekten fragt, sage ich auch immer „is geheim“.

6. Eco oder Turbo?

Mal so mal so. Meistens bin ich spät dran, weil ich so gerne rumtrödle, und dann muss ich ganz oft Turbo fahren. Ansonsten reicht mir aber auch Eco oder eben den Motor ganz auszustellen. Das finde ich gerade das Faszinierende an dieser Technik, weil man eigentlich alles machen kann. Wenn ich mich schlapp fühle, mache ich den Turbo an. Und wenn ich noch ein paar mehr Kalorien verbrennen will, kann ich den Motor einfach komplett ausmachen und fahre einfach wie mit jedem anderen Bike auch. Das gibt mir einfach alle Möglichkeiten.

7. Optik oder Technik?

Also Optik ist mir schon ganz schön wichtig – ich bin da auch eitel. Wenn ich auf ’nem Bike sitze und das sieht scheußlich aus, dann will ich damit einfach nicht fahren. So geht es mir übrigens auch mit Klamotten, Haaren oder Möbeln. Es muss einfach schön sein, denn wenn etwas schön ist, dann ist das auch eine zusätzliche Freude. Abgesehen davon, dass es natürlich auch funktionieren muss, habe ich sogar Freude daran, wenn ich noch nicht mal darauf sitze und es einfach nur anschaue oder darüber nachdenke. Die Freude an der Schönheit von Dingen ist so ein großer Mehrwert, den ich mir einfach gönnen möchte. Das bedeutet für mich Energie, Lust, Leben und Freude.

8. Was fasziniert dich an deinem eBike am meisten?

Dass ich schneller bin als die andern und dass ich auch immer noch ein Vorreiter bin. Mir macht es auch wahnsinnig viel Spaß mit den Leuten über das Bike zu sprechen – ihnen zu sagen „guckt mal hier, was ich hier habe, was ich hier fahre“ und den ein oder anderen vielleicht sogar zu überzeugen. Das hat zwar dann nichts mit mir zu tun aber mit einem Beitrag zum Schutz unserer Umwelt. Gespräche mit Autofahrern an der Ampel, die mich dann davonfetzen sehen, sind auch etwas Großartiges und darüber freue ich mich sehr.

9. Was hat das eBike für dich oder sogar bei dir verändert?

Ich denke mehr über meinen Beitrag auf dieser Welt in Verbindung mit der Natur nach. Das eBike zeigt mir, dass es ein Leichtes ist, etwas für die Umwelt zu tun. Man braucht da nicht Solarzellen anzuschaffen, was mit einer Wohnung in der Stadt oft gar nicht möglich ist. Man kann diesen Beitrag ganz einfach jeden Tag und zu jeder Tageszeit mit dem eBike leisten. Das gibt einem ein gutes Gefühl und man fühlt sich, obwohl das eBike selbst etwas Technisches ist, mehr mit der Natur verbunden.

10. Welchen Ort sollte man per eBike entdecken?

Für mich ist es einfach großartig mit dem eBike im Wald zu fahren. Wenn man dort so unterwegs ist und plötzlich links neben sich einen kleinen, steilen Weg bergauf sieht, dann denkt man ohne zu zögern „ach – da fahre ich jetzt einfach mal rein.“ Dann stelle ich auf Turbo, fliege förmlich einen Steilhang hinauf und habe so viel Spaß.

Ich finde aber auch generell, dass man in großen Städten die Sehenswürdigkeiten viel besser mit dem eBike entdecken kann und ich habe mir auch schon überleget, ob ich meins demnächst nicht einfach mal in irgendwelche europäischen Großstädte mitnehmen soll. In meiner Heimat Berlin kann man wunderbar auf die Museumsinsel fahren – ganz ohne Parkplatzsorgen.

11. Wie ist deine Vision von (urbaner) Mobilität in Zukunft?

Ich habe mein Auto abgeschafft. Früher hatte ich sogar zwei oder drei Autos gleichzeitig. Meistens so alte Mercedes Strich-Achter Baujahr `72. Da habe ich immer sehr viel dran gebastelt und eine große Leidenschaft für gehabt. Aber jetzt im Zeitalter der eMobility habe ich so etwas nicht mehr, weil ich damit auch nichts für mich und meinen Körper getan habe. Ich denke, dass die Menschen in der Zukunft auch Mobilität immer im Zusammenhang mit ihrem eigenen Körper sehen. Man wird ja auch nicht jünger. Ich hoffe, dass es überall eBikes zum Mieten gibt und das auch Leute, die von außerhalb kommen mit Bahn und eBike in die Städte fahren können. Die Bahn müsste dann ganz besonders ausgestattet werden, z.B. mit speziellen Waggons für eBiker. Wir werden elektro-mobil in den Großstädten leben – wir brauchen nichts Anderes. Das reicht.